Interview mit Cassandra Steen

Am 14. November 2009 war sie im Rahmen Ihrer Tour 2009 auch in Coburg. Ihr konntet bei uns Tickets kaufen und natürlich auch gewinnen. Wir haben die Chance genutzt und haben mit ­Cassandra persönlich gesprochen. Und: Wir haben Eure Fragen in unser Interview eingebaut und sorry, wir haben unsere Interviewzeit mächtig überzogen. Deshalb gibt es auch hier eine Doppelseite. Wir haben – und das können wir unterschreiben – ein wahnsinnig nette Persönlichkeit getroffen und waren menschlich total von ihr begeistert.

Wir haben uns sehr schnell auf eine sympatische „Du“-Art auf unsere Art des Interviews geeinigt und „springen“ so von Frage zu Frage…

Deine Texte & Songs sind sehr gefühlvolle, kräftig-sinnliche und auch kritische Songs. Welche Ursache war da, dass Deine Entscheidung war, gerade so zu singen?
Ja, es sind schon teilweise Erfahrungen. Wenn Du aus Deinem persönlichen Umfeld Personen verlierst, dann prägt Dich das schon und Du hast Erfahrungen, die andere nicht haben. Aber in meinen Liedern versuche ich die Lösungen anzubieten und den Vorschlag mit positiver Kraft mit schwierigen Dingen im Leben umzugehen.

Auf Deiner Homepage sprichst Du von zwei Seiten der Melancholie und vorallem von einer aktiven Melancholie. Welche vertritts Du jetzt persönlich?
Für die aktive und positve Art. Weisst Du, viele Menschen hängen eher traurig bestimmten Verlusten hinterher. Ob es ein geliebter Mensch oder ein Tier ist, die die man verloren hat wollen sicherlich nicht, dass das Leben sehr traurig weitergeht. Man kann auch mit Stärke Verluste verarbeiten. Ich vergleiche das einmal mit einem Zahn der etwas „muckert“. Man gibt nicht eher Ruhe, bis man sich wieder wohlfühlt. Man rennt dem Gefühl dies zu erreichen immer hinterher. Es lässt einem keine Ruhe.

Glashaus – ein Projekt (nur) in der Vergangenheit? Jetzt willst Du nur noch solo auftreten oder sind auch ganz andere Dinge vorstellbar?
Ich spiele ja kein Instrument. Sogesehen bleibt mir nur der Gesang. Die Zeit von Glashaus war eine schöne Zeit. Mir gefällt momentan es so wie es ist. Auch die Balladen zu singen. Aber wer weiss was eventuell noch kommt. Die gemeinsame Arbeit mit Adel Tawil zu dem Song „Stadt“ war toll. Eigentlich sollte der Song eine Ballade werden und wir beide saßen im Studio und entschieden uns sehr schnell für die Art des Euch allen bekannten Liedes und für diese schnellere Nummer.

Deine Klamotten suchst Du selbst aus? Gibt‘s da Berater? Wieviel bist Du selbst?
Ich habe einen ganz netten Freund und der ist auch mein guter Berater. Er hat einen guten Geschmack. Sonst suche ich schon meinen eigenen Styles. Schön ist die Auswahl auch wenn man es gemeinsam macht. Ab und an schmökere ich in einer Zeitschrift und suche mir Klammotten aus, bevor ich einen Stadtbummel bevorzuge. Denn bei meiner Größe von 1,88…

Unser Club hat Mitglieder von 12-20 Jahren. »Darum leben wir« heisst Dein Album. Gibt es Erfahrungen, die Du in dem Alter gemacht hast, die Du erst jetzt verarbeitest. Sagen wir mal mit 13 Jahren?
Ich hatte in dem Alter einige Stars, die ich toll fand und finde und deren Musik mich beeinflussten sowie bei mir rauf & runter liefen. Das war zum Beispiel Mariah Carey und Michael Jackson. Ich bin absoluter Jackson-Fan!!! Aber Du hast natürlich auch in jungen Jahren Sachen, die man sich öfter fragt und heute irgendwie „beantwortet“. Allerdings habe ich auch Freunde um Rat gefragt. Spannend ist für mich auch immer die Frage: Was sagst Du später deinen Kindern…?

Was wärst Du heute, wenn Du keine Musik machen würdest? Was wäre Dein Beruf?
Ich habe da ehrlich gesagt nie bewusst darüber nachgedacht… Meine Großmutter ist Schwäbin und sie hatte sich immer große Sorgen um mich gemacht, wenn es um dieses Thema ging. Mein Großvater ist Amerikaner und er sagte immer: Lebe deinen Traum. Und dies tue ich somit. Aber wichtig ist, dass man seine Schulausbildung fertig macht und eine Grundlage hat. Ich denke aber, ich wäre Tierärztin oder so etwas ähnliches geworden.

Wir haben Dich bei „Popstars“ gesehen. Wie stehst Du zu Casting-Shows?
Ich finde die Formate jetzt nicht schlecht. Aber es ist schon schade, dass man nicht die wahre Leistungen der jungen Talente würdigt und diese nicht unbedingt sieht. Das tatsächliche Talent muss gefördert werden und das haben die jungen Menschen, die ich bei Popstars getroffen habe, allemal. Es muss immer wieder hinterfragt werden, dass ein Talent auch wirklich seine Chancen bekommt. Sehr vorschnell wird auch in den Medien und von vielen Menschen verallgemeinert oder mit Vorurteilen gehandelt und verurteilt.

Hast Du einen Tipp für Jugendliche wenn sie aus der Region hier kommen und absolut gerne Musik machen und erfolgreich werden wollen? (Nicht jeder kennt ja jemand aus Mannheim 😉
An sich glauben und nie aufgeben und immer ein Ziel vor dem Auge zu haben. Sich nicht durch andere beeinflussen lassen. Schule ist absolut wichtig!! Ich wünsche allen Jugendlichen, die hier Musik machen auf ihrem Weg ganz viel Glück! Habt Geduld und nehmt Euch die Zeit, Euch selbst erst einmal kennenzulernen und was man wirklich will. Nichts übertreiben und keine „Profitgeilheit“. Immer hinterfragen: Macht mich das was ich mache wirklich zufrieden.

Hast Du Vorbilder in der Musikbranche?
Da muss ich schon wieder meine Stars aus der Kindheit nennen: Mariah Carey und Michael Jackson. Ansonsten habe ich das Ziel für mich immer besser zu werden.

Du hängst ja aufgrund Deiner vielen Gigs ziemlich oft in Hotels ab. Was ist da mit Freunden? Trifft man da Kollegen und zieht auch mal los?
Zum Glück habe ich sehr, sehr viele gute und hartnäckige Freunde, vorallem total verschiedene. Sie sind einfach auch in Stressmomenten für mich da, rufen mich an und das sind immer tolle Momente.

Hast Du irgendwelche Hobbys, denen du nachgehen kannst bzw. Sachen, die Du gerne machen würdest?
Ja, ich male und lese sehr gern und schaue auch gerne Filme an. Wenn demnächst eine kleine Tourpause ansteht (..ab Dezember) hoffe ich dafür wieder etwas mehr Zeit zu haben. Möchte meinen 8-jährigen Hund noch besser kennenlernen und ein bisschen Sprachen lernen oder wieder mit Reiten anfangen.

Abschliessend noch drei freche Fragen.
Dürfen Wir?

Ja, gerne

Wann war Dein erstes Mal? … lacht … als Du Musik gemacht hast?
Mein Großvater hat auch Musik gemacht. Musik mache ich schon …eigentlich solange ich denken kann.

Beneidest Du Tokio Hotel?
Das kann man schlecht beantworten. Die Jungs sind einfach der Hammer und für mich Künstler. Ich finde toll was die Jungs machen. Die Gemeinschaft, die sie als Band haben ist super und dass sie ihr Ding selbsständig durchziehen. Aber Neid? Nein. Der Erfolg ist absolut verdient. Ich hoffe auf weitere Erfolge.

Was wäre das Verrückteste, was Du gerne einmal machen würdest? …oder in ein Video von Dir einbauen würdest?
Da gibt es eigentlich nichts. Eigentlich habe ich dieses Gefühl, was Du in Deiner Frage ansprichst vor jedem Auftritt.

Wir danken Dir für Dein Interview und Deine Geduld mit uns. Ist Casandra Steen eigentlich Dein echter Name?
Ja klar.

Danke und wir drücken Dir für Dich und Deine Zukunft die Daumen und wünschen Dir alles Gute!