…Ich bin dann mal weg! Wie ein Auslandspraktikum mein Leben verändert hat

„Ganz schön aufregend! Habe vor gut einer Stunde meinen Eltern tschüss gesagt.Meinen Freunden schon gestern.Jetzt steh ich hier ganz allein in Frankfurt am Flughafen und warte darauf, dass ich endlich einchecken kann..irgendwie bin ich ein bisschen traurig, dass ich meine Liebsten für 3 Monate nicht sehen werde und eigentlich habe ich jetzt schon Heimweh..aber das Kribbeln im Bauch  ist stärker! Denn nach einem fast 24-stündigen Flug werde ich in Australien sein. Das Land meiner Träume! Ich kanns kaum erwarten!“

Plant man ein Auslandspraktikum zu machen so sollte man sich zunächst einmal gründlich informieren, z.B. im Internet auf www.praktikawelten.de .

Kanada, Südamerika, Afrika, Australien…wohin die Reise auch gehen soll, es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Die Vorraussetzungen sind Volljährigkeit, deutsche Staatsbürgerschaft und der Nachweis eines gewissen Geldbetrages, den man als Rücklage hat. Sind diese Vorraussetzungen erfüllt so heißt es Kontakt aufnehmen und sich anmelden. Das kann man übers Internet oder mit einem vorgedruckten Formular per Post machen. Will man z.B. nach Australien so muss man zusätzlich noch ein Visum beantragen (kostet ca. 130 €, kann man nur einmal im Leben ausgestellt bekommen). Man sollte spätestens 5 Wochen vor Reiseantritt alles erledigt haben.

“ Puh, endlich geschafft! Ich bin heil angekommen (was nach den Turbulenzen im Flugzeug gar nicht mehr so wahrscheinlich war für mich). Gott ist das warm hier! In Deutschland bin ich mit Winterjacke und Schal losgezogen (ist ja schließlich Januar)..mitlerweile trage ich nur noch Jeans und T-shirt, denn in Australien ist jetzt Sommer.“

Direkt nach der Ankunft kümmern sich Betreuer um einen, man ist also gar nicht so allein wie man vielleicht denkt. Sie helfen einem sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und z.B. zur Unterkunft zu kommen.

„Totmüde falle ich in mein Bett, ich war jetzt ungefähr 30 Stunden wach. Jetzt will ich einfach nur schlafen.. Am nächsten Tag sage ich dann meiner Gast-Mama hallo, eine sehr nette Frau die mir gleich Frühstück macht (in Deutschland wäre diese Mahlzeit wohl das Abendessen des Vortages gewesen, 10 Std Zeitverschiebung sind wirklich nicht zu unterschätzen!) und dann fahren wir zusammen in die Stadt (SYDNEY!!WAAAAAHNSINN!) und später auch an den Strand (blaues Wasser, heller Sandstrand..noch Fragen?!)…erster Eindruck: ich bin begeistert! Werde den freien Tag noch genießen, morgen gehts dann nämlich los: Praktikumsbeginn.“

Man hat die Möglichkeit ein Praktikum zu absolvieren in dem Bereich in dem man später einmal tätig sein möchte. Je nach Dauer und Branche kostet das Praktikum Geld, 4 Wochen z.B. 840 €. Gerade im Ausland kann man auch internationale Erfahrungen sammeln und evtl. sogar schon erste Geschäftskontakte knüpfen.

“ Mein erster Arbeitstag. Bis jetzt ist alles gut gelaufen. Hab die Firma auf Anhieb gefunden.Meine Kollegen machen einen netten Eindruck..aber die Arbeit ist ehrlichgesagt anders wie ich mir das vorgestellt hatte. Marketingkommunikationskauffrau..schon immer mein Traumberuf..dachte ich. Hier sitze ich nun in einer Art Callcenter und soll Telefonate annehmen,leider klingelt das Telefon so gut wie nie…sehr langweilig“

Man bekommt die Möglichkeit einmal in den Beruf hineinzuschnuppern und  festzustellen ob er denn wirklich für einen geeignet ist oder nicht. In jedem Fall sollte man, bevor man ins Berufsleben einsteigt, einmal solch einen “ Schnupperkurs“ gemacht haben.

„Mitlerweile sind 3 Wochen vergangen. Meine Langeweile ist wie weggeblasen, darf heute durch die Stadt gehen und Flyer für die Beachparty verteilen. Außerdem soll ich noch in diversen Geschäften Plakate aufhängen. Macht total Spaß. Es regnet zwar leider, aber das stört mich nicht. Wirds wenigstens mal ein bisschen kühler..könnte ich mir irgendwie schon vorstellen das auf Dauer zu machen. Vermutlich ist Marketingkommunikationskauffrau doch mein Traumberuf…“

Doch man ist nicht nur zum arbeiten  im anderen Land! Die Betreuer helfen einem mit anderen Leuten im jeweiligen Alter Kontakt aufzunehmen und so kann man in seiner Freizeit auch etwas mit Gleichgesinnten unternehmen.

„Wahnsinn! Das war der schönste Tag meines Lebens! War den ganzen Tag am Strand.Kann jetzt surfen (dank meines sehr süßen Surflehrers) und hab wahnsinnig viele nette Leute in meinem Alter kennengelernt mit denen ich dann gleich noch Abends in der Strandbar was trinken war. Cool.“

Doch auch von der Landschaft und der Kultur des fremden Landes gewinnt man allerhand Eindrücke.

„Hab ein Känguru gesehen! Ein echtes! Süüüß!!! Und dann dieser Regenwald, wirklich beeindruckend! Auf unserer Wanderung bin ich einfach mal spontan unter einem Wasserfall duschen gegangen. War zwar saukalt, aber sowas erlebt man schließlich nicht alle Tage!“

Nach drei Monaten heißt es dann bei mir wieder: Zurück nach Deutschland. Die Dauer des Aufenthaltes kann man jedoch selbst bestimmen. Zwischen 4 Wochen und 12 Monaten hat man die freie Auswahl.

„Freu mich schon meine Familie und meine Freunde wieder zu sehen und ihnen von den unendliche vielen Dingen die ich hier erlebt hab zu berichten.. Vielleicht pack ich noch so einen süßen Koala ein?! Bin traurig, dass die Reise zuende geht aber gleichzeitig stolz und froh, dass ich so eine schöne Zeit hatte.“

Wenn ich im Nachhinein an dieses Abenteuer zurückdenke bereue ich keine Sekunde. Ich habe eine andere Welt und ein völlig anderes Leben kennengelernt, ich bin eigenständiger und selbstbewusster geworden, habe sehr viele Leute kennengelernt, von denen auch einige heute noch meine Freunde sind, und habe für mich persönlich definitiv feststellen können welchen Weg ich in meinem weiteren beruflichen Leben einschlagen möchte.

Ich kann das Ganze wirklich nur weiterempfehlen, mich persönlich packt allein bei dem Gedanken schon wieder das Fernweh;)

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